Getting closer: Mont-Sainte Odile

Der Mont-Sainte Odile, auf deutsch Odilienberg, wird der heilige Berg des Elsaß genannt.

http://vimeo.com/172963365

Auf einem zur Rheinebene hin steil abfallenden Buntsandstein-Felsen befindet sich das Kloster der heiligen Odilia, der Schutzpatronin des Elsaß. Gegründet wurde das Kloster in der Merowingerzeit um das Jahr 700. Die Blütezeit des Klosters war im 12. Jahrhundert. Die damalige Äbtissin Herrad von Landsberg (1167-1195) schrieb das Buch „Hortus Deliciarum“, welches das Wissen der damaligen Zeit beinhaltete. Das Original verbrannte 1870 bei einer Belagerung Strasbourgs. Nach mehreren Plünderungen und Bränden wurde das Kloster Ende des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Die Kreuzkapelle, die Engelskapelle und die Odilienkapelle stammen noch aus dem 11./12. Jahrhundert.

„Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da.“

Wo ist das Glück, das Goethe hier in seinen „Erinnerungen“ anspricht? Ist es in Namibia, in Island, in Jordanien – oder sonst wo auf dieser Erde? Oft empfindet man es auf jeden Fall an einem weit entfernten Ort. Hier und jetzt ist ja der Ort mit seinem Alltag, der doch mancherlei Sorgen mit sich bringt.

https://vimeo.com/171222561

Goethe setzt dem sein bekanntes Wort entgegen: „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da.“. Es kommt nicht darauf, weit weg zu fahren, sondern zu lernen, das Glück zu ergreifen im Hier und Jetzt. Es hilft, wenn man sich klar macht, dass Glück oft gar nicht an äußere Umstände gebunden ist, sondern auch eine Frage der inneren Haltung ist.

In diesem Sinn sind diese Bilder aus dem vertrauten Umland zu sehen.

Glück braucht nicht unbedingt die weiten Reisen – auch wenn ich sie nicht missen möchte, denn sie erweitern schon ungemein den Blickwinkel. Aber es ist auch schön zu versuchen, Vertrautes, Gewohntes mit fremden Augen zu sehen – und so wird der heimische Wald eben auch mal zum „Swabian Rainforest“, dem Regenwald, den man sonst eher in fremden Erdteilen verortet.

Der schwäbische Regenwald

Habt ihr auch immer gedacht, der Regenwald sei irgendwo in Südamerika, Afrika oder Asien? Schaut euch dieses Video an und ihr werdet die Wahrheit wissen: Der wirkliche Regenwald liegt im Schwabenland bei Bad Urach.

https://vimeo.com/169494063

LOCATION: Schwäbische Alb near Bad Urach, June 2016
by Walter Korinek (Video & Editing) & Antje Korinek-Blessing (Photos)
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MUSIC: Joachim Lehberger
PRODUCTION INFO
Camera: Panasonic HC-X 909
Tripod: Cullmann Pronto
POST-PRODUCTION INFO
Software: Edius 8.2

Und ergänzend zum Film hier noch ein paar Fotos von Antje Korinek-Blessing:

Demnächst ist auch dieser Film bei „Destinations“ – dem Reisemagazin aus Neuseeland zu sehen.

KFOR – Einsatz im Kosovo

,Im Herbst 2015 hatte ich die Gelegenheit, eine Woche das 42. Deutsche Einsatzkontingent im Rahmen des KFOR-Einsatzes im Kosovo zu besuchen.

Der Text und der Film handeln von einem in Deutschland nahezu in Vergessenheit geratenen Einsatz. 1999 wurde ein multinationaler Truppenverband nach den brutalen Auseinandersetzungen im Kosovo dorthin entsandt, um für Frieden und Sicherheit der Bewohner dieses Landstrichs einzustehen. Heute ist es relativ ruhig dort. Allerdings genügen kleine Anlässe, um die Emotionen hochkochen zu lassen und noch immer gibt es eine sehr hohe Dichte an Waffen in diesem Land. So dient die Anwesenheit der KFOR-Einsatzkontingente auch in der jetzigen Situation immer noch dazu, dass Menschen sicher und in Frieden leben können.

Daraus entstand die folgende Reportage in Text und Film:

[vimeo 176543444 w=640 h=360]

Ich empfehle zusätzlich diesen Bericht des BR: https://youtu.be/H4w_55nrkx8

Bernd S. liegt regungslos auf der Trage. Am rechten Oberschenkel des 23-jährigen Obergefreiten ist ein Druckverband angelegt. Der Sani kontrolliert den Puls und überwacht die Vitalfunktionen des jungen Soldaten des 42. Deutschen Einsatzkontingents der KFOR-Truppen im Kosovo.

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Abtransport eines verletzten Kameraden

Vier Kameraden stehen um die Trage und schauen besorgt auf den junge Mann. Hauptfeldwebel Toni B., der Truppführer, hat die Verletzung in Stufe Alpha eingeordnet und den Medevac-Helikopter angefordert, der den Kameraden ins Einsatzlazarett zur Notversorgung bringen soll. Stufe Alpha besagt, dass es um Leben oder Tod geht und der Verletzte innerhalb einer Stunde in ärztlicher Versorgung sein muss.

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Blackhawk Rettungshubschrauber

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Crew-Chief Lieutenant Bill H.

Ungeduldig schauen die Soldaten in Richtung der untergehenden Sonne. Von dort muss der große Blackhawk-Hubschrauber der US-Air-Force kommen. Und tatsächlich ist kurze Zeit später das rhythmische Knattern des Motors zu hören und im Tiefflug kommt der Heli mit dem roten Kreuz am Bug über einen Hügel. Der Lärm der Motoren und das Schwirren der Rotoren wird ohrenbetäubend. Wenige Sekunden später ist der Rettungshubschrauber gelandet. Die Seitentür öffnet sich und 1st Lieutenant Bill H., der Crew-Chief, springt heraus. Er rennt geduckt zu den Bundeswehrsoldaten mit dem verletzten Kameraden, klärt kurz mit dem Truppführer die Lage und bedeutet den Helfern, die Trage nun zum Hubschrauber zu tragen. Auf das Kommando „Hebt … an!“ tragen die Soldaten ihre Kameradin im heftigen Wind unter dem laufenden Hauptrotor und bringen die Trage zum Rettungshelikopter. Sekunden später hebt der Blackhawk ab

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Die Kosovo-Force

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Major Christian Schneider

Ich bin beeindruckt von der Präzision, mit der alles ablief. Bernd S. steht lachend neben mir und hebt den Daumen. „Klasse gelaufen“, meint er. Zum Glück war alles nur eine Übung – allerdings mit sehr realistischem Hintergrund, wie ich kurze Zeit später erfahre. Ich bin mit Major Christian Schneider, dem Pressestabsoffizier des 42. Deutschen Einsatzkontingents KFOR, im Feldlager Novo Selo im nördlichen Kosovo und besuche die Einsatzkompanie beim Training. Eine Situation, wie ich sie soeben erlebt habe, könnte sich jeden Augenblick ereignen.

Der Norden des Kosovo ist auch 16 Jahre nach dem Ende des Krieges immer noch ein Gebiet, in dem sich verfeindete Bevölkerungsgruppen gegenüberstehen. Ein kleiner Anlass reicht, um gewalttätige Aktionen auszulösen. Die KFOR-Truppe hat die Aufgabe, zwischen den Konfliktparteien zu stehen, und den Menschen hier das Leben in Frieden und Sicherheit zu garantieren. Die große Mehrheit der Leute hier wünscht sich auch genau dies und begegnet der multinationalen KFOR-Truppe deshalb mit großer Sympathie.

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Gepanzertes Fahrzeug Fuchs

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KFOR-Soldaten in Prizren

Die „Kosovo Force“ – kurz KFOR genannt – wurde im Zuge des blutigen Balkankriegs im Jahre 1999 installiert. Am 10. Juni 1999 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Resolution 1244 und regelte den Einsatz der NATO-Sicherheitstruppe Kosovo Force (KFOR). Als erste Aufgabe sollte KFOR den Abzug der jugoslawischen Truppen und die Entmilitarisierung des Kosovo überwachen. Zu dieser Zeit setzte sich die Eingreiftruppe aus Kontingenten von über 40 Staaten zusammen und wies eine Truppenstärke von mehr als 50.000 Soldaten auf. Acht Jahre später, im August 2007 waren noch 37 Nationen mit ca. 16.000 Soldaten beteiligt. Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo am 17. Februar 2008 blieb KFOR mit Zustimmung der kosovarischen Regierung im Land. Grundlage für die militärische und zivile Präsenz ist weiterhin die UN-Resolution 1244. Die Mission hat auch heute noch den Auftrag, ein sicheres Umfeld im Kosovo aufzubauen und zu erhalten. Dazu gehört auch die Überwachung, Prüfung und gegebenenfalls Durchsetzung der Entmilitarisierung der rivalisierenden ethnischen Gruppen. Darüber hinaus ist die Aufgabe der militärischen Mission, humanitäre Hilfe in Notsituationen zu leisten, die Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen zu fördern sowie die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen zu unterstützen. Hierzu arbeitet KFOR eng mit den Missionen der Vereinten Nationen (UNMIK) und der Europäischen Union (EULEX) im Kosovo zusammen. UNMIK hat wesentliche Aufgabenfelder im Polizei- und Justizaufbau im April 2009 an die EU Rechtsstaatlichkeitsmission EULEX übergeben. Mit der Billigung der NATO zur weiteren Reduzierung der Einsatzstärke von KFOR vom 29. Oktober 2010 wurde die Gesamtpersonalstärke KFOR auf derzeit etwa 4.600 Soldatinnen und Soldaten, davon knapp 700 aus Deutschland, reduziert. Von den 30 beteiligten Nationen sind nun noch acht Nationen – darunter auch die Schweiz – als Nicht-NATO-Mitglieder vertreten. Das deutsche Einsatzkontingent KFOR besteht aus dem deutschen Anteil im Hauptquartier in Pristina, dem Feldlager in Prizren mit dem deutschen Einsatzlazarett und einer Einsatzkompanie im Lager Novo Selo in der Nähe von Mitrovica.

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Oberst i.G. Jörn Villmann

Zerbrechlicher Frieden

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Waffe am Mann

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KFOR auf den Straßen

Am nächsten Morgen bin ich zu einem Gespräch mit Oberst i.G. Jörn Villmann im Feldlager Prizren verabredet. Schon am Sonntagabend lernte ich den 53-jährigen während eines Militärgottesdienstes im Feldlager Prizren kennen. Der ruhig und besonnen wirkende Offizier ist Kommandeur des 42. Deutschen Einsatzkontingents KFOR. Konzentriert lauscht er in seinem Büro meinen Fragen und weist auf die immer noch schwierige Situation im Lande hin: „Dieser Einsatz hier im Kosovo heißt ja auch im Volksmund der vergessene Einsatz. Das rührt daher, dass es hier seit 1999 immer besser geworden ist mit der Situation. Die Situation ist wiederum manchmal etwas hochkochend, dass Kleinigkeiten reichen, um die Volksseele wieder zu erregen. Und dafür ist es gut, dass die KFOR und die deutschen Truppen hier vor Ort sind, um letztendlich dann mit ihrer Präsenz – allein mit ihrer Präsenz – für Ruhe zu sorgen und alles wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.“ Befragt zur aktuellen Lage schildert der Kommandeur: „Die Soldaten fahren Patrouille, die Fahrzeuge mit dem Symbol der KFOR sind ständig auf den Straßen des Landes unterwegs und halten so die Anwesenheit der Mission ständig im Bewusstsein der Bevölkerung.“ Ob die Soldaten deshalb möglicherweise als Besatzungsmacht gesehen werden, frage ich bei Gelegenheit Major Schneider. Aus seinen Erfahrungen verneint er diese Vermutung und meint: „Dies kann bei einigen Menschen so sein, bei der großen Mehrheit sind unsere Leute hier sehr gerne gesehen, man hat sehr großes Vertrauen zu den KFOR-Kräften.“ Und der Oberst ergänzt:  „Deshalb dürfen sich die Soldaten auch relativ frei bewegen – allerdings mit der Waffe am Mann.“ Villmann betont aber auch: „Wir müssen wachsam sein, weil gerade die letzten politischen Entscheidungen z. B. die Schaffung des serbischen Gemeindeverbandes doch wieder bei vielen Teilen der Bevölkerung die Seele hochkochen lässt.“

Mit dieser Maßnahme möchte die Regierung des Kosovo der serbischen Bevölkerungsgruppe im Norden mehr Selbstbestimmungsrechte geben, um damit zu einem normalen Miteinander der ethnischen Gruppen im Lande zu kommen. Aber dies wird von einigen Gruppen – allen voran die radikal-nationalistische Partei Vetevendosje – im Land zum Anlass für neue Diskussionen und Demonstrationen genommen. Die Opposition protestiert dagegen, dass die serbischen Gemeinden im Norden des Kosovo eine de-facto-Autonomie bekommen. Bereits zum zweiten Mal im Oktober haben die extremen Gegner der Normalisierung im kosovarischen Parlament Tränengas versprüht. Sie wollen damit die Rücknahme eines Autonomie-Abkommens mit der serbischen Minderheit im Norden des Landes erzwingen.

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In Prizren

Ähnlich sieht dies auch Silke Sielaff. Sie ist Chief of Joint Operation Room der EULEX in Pristina. Hinter diesem Titel verbirgt sich die Leitung des Einsatz- und Lagezentrums der Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo. EULEX Kosovo ist eine Mission der Europäischen Union, in deren Rahmen zwischen 1.800 und 2.000 Polizisten, Richter, Gefängnisaufseher und Zollbeamte in den Kosovo entsandt werden. Sie sollen dem Land beim Aufbau von Polizei, Justiz und Verwaltung helfen und haben weitreichende, von der Administration des Kosovo unabhängige Befugnisse. Aus Deutschland wurden rund 60 Polizeibeamte, ein Zollbeamter und rund 30 Fachleute aus der Justiz zu dieser Mission abgestellt. Militärisch abgesichert wird EULEX Kosovo von der KFOR-Truppe der NATO, die im Auftrag der Vereinten Nationen auch weiterhin Ausschreitungen in dem multi-ethnischen Gebiet verhindern soll, dessen Bewohner sich zu Albanien bzw. Serbien zugehörig oder aber als Bürger eines unabhängigen Staates sehen. Die studierte Juristin und Leitende Polizeidirektorin betont: „Auf den ersten Anschein ist die Situation hier im Kosovo sehr friedlich, sehr ruhig. Was man auf den ersten Blick hier nicht sieht, ist, dass es eine sehr fragile Ruhe ist. Das heißt, man muss hier jederzeit damit rechnen, dass das kleinste Ereignis, der kleinste Anstoß dazu führen kann, dass die Lage hier mit einem Mal explodiert und man hier Auseinandersetzungen in Größenordnungen hat, die wir bei uns eher nicht kennen. Eine Besonderheit hier im Kosovo ist mit Sicherheit, dass wir eine unheimlich hohe Verfügbarkeit von Waffen haben. Hier ist es Standard, dass man seine AK-47 [das häufig auch als Kalaschnikow genannte automatische Sturmgewehr] im Garten vergraben hat und wir erleben regelmäßig Schießereien, auch hier in der Stadt in Pristina.“ Sie führt aus, dass Polizisten schon beobachtet haben, dass Schulkinder aus nichtigen Anlässen mit echten Waffen aufeinander schießen. So täuscht der Eindruck, dass hier alles friedlich ist und eine ganz normale Situation herrscht. Nach außen scheint es so zu sein, aber unter der Oberfläche gärt es und es bedarf nur eines ganz kleinen Anstoßes, um das Pulverfass hier zur Explosion zu bringen.“

Sielaff

Ltd. Polizeidirektorin Silke Sielaff

Vernetzte Sicherheit – das Einsatzkonzept der Bundeswehr

Am Abend bin ich mit Major Schneider und dem Kommandeur Oberst Villmann und dessen Adjutanten Hauptmann S. im „Schweizer Chalet“ im Feldlager Prizren verabredet. Hinter dieser anheimelnden Bezeichnung verbirgt sich die Freizeiteinrichtung des schweizerischen KFOR-Kontingents. Die Kameraden aus dem Alpenland haben sich für die langen Abende während des vier Monate dauernden Einsatzes eine Berghütte gebaut, wie sie auch auf einem der Gipfel  in einem der heimatlichen Kantone stehen könnte. Natürlich stehen die nationalen Lokalitäten jeder Nation immer auch den Soldaten der anderen Kontingente offen. Und wenn es etwas Besonderes sein soll, isst man im eidgenössischen Chalet eben ein Rindersteak vom Heißen Stein bei einem Gläschen trockenen mazedonischen Rotweins. Ich frage Oberst Villmann, was es heißt, vier Monate ohne Urlaub in einem fremden Land im Einsatz zu sein. „Klar“, meint er, „das ist schwierig und Beziehungen werden schon auf eine starke Belastungsprobe gestellt.“

Manchmal stößt es den Soldaten auch bitter auf, dass man bei Einsätzen wie hier im Kosovo oder vielleicht stärker in Afghanistan, seinen Dienst unter schwierigen Bedingungen leistet und in Deutschland nimmt niemand Notiz davon. Oft genug erleben die Männer und Frauen zuhause auch eine deutliche Geringschätzung oder sogar offene Ablehnung. Das Wort vom Soldat als potentiellen Mörder ist ja immer noch nicht vom Tisch. Manchmal fragen sich die Soldaten, ob es den Bürgern zuhause bewusst ist, dass die Bundeswehr ein Verfassungsorgan ist, alle Einsätze vom Bundestag – also den gewählten Abgeordneten – des Volkes beschlossen wurden und alles unter der Prämisse steht, Frieden in der Welt zu sichern.

Deutlich wird diese Zielsetzung auch hier im Kosovo. Wie bei allen Einsätzen der Bundeswehr ist auch das Deutsche KFOR-Kontingent Teil eines Konzepts mit der Bezeichnung „Comprehensive Approach“. Die militärische Komponente ist immer nur ein Teil einer breit angelegten Aktion aus Diplomatie, humanitärer Hilfeleistung und Unterstützung der Justiz und Verwaltung im Einsatzland. So treffen sich auch der Kommandeur und andere KFOR-Offiziere regelmäßig mindestens einmal in der Woche mit der Botschafterin in Pristina, der Leitung von Eulex-Kosovo und Vertretern von Hilfseinrichtungen sowie Nicht-Regierungsorganisationen. Dabei wird immer beraten, wie das System der „Vernetzten Sicherheit“, so die übertragene Bedeutung des englischen Begriffs des Comprehensive Approach angepasst an die jeweilige Situation optimal umgesetzt werden kann. So wie hier im Kosovo die KFOR zum Schutz der EULEX-Beamten dient, hat die Bundeswehr in allen Einsatzgebieten in aller Regel die Funktion, eine räumlich und zeitlich umgrenzte Zone von relativer Sicherheit zu schaffen, in der die anderen verhältnismäßig sicher arbeiten können.

Vor meinem inneren Auge erwachen bei diesen Erklärungen der beiden Offiziere Bilder von gewalttägigen Auseinandersetzungen zwischen den Ethnien im Kosovo auf der Brücke von Mitrovica, die auch mit Handgranaten ausgetragen wurden. Ich sehe vor mir die Ruinen des Erzengelklosters bei Prizren, das ich besucht habe; 2004 wurde es von albanischen Extremisten in Brand gesteckt. Ich erinnere mich an jüngste Reportagen über Blockaden der serbischen Bewohner des Nordkosovo, um die Verwaltung der kosovarischen Regierungsinstitutionen zu verhindern. Immer wieder werden dabei kosovarische Sicherheitskräfte angegriffen, ein Polizist wurde getötet. Zwei deutsche KFOR-Soldaten wurden 2011 angeschossen, als sie versuchten, eine Straßensperre bei Jagnejenica zu räumen, zur gleichen Zeit wurden 19 deutsche und elf österreichische Soldaten bei Zusammenstößen im Nordkosovo schwer verletzt. 2012 wurden zwei Bundeswehrangehörige durch Serben angeschossen, als sie eine in der Ortschaft Rudare errichtete Sperre räumen wollen.

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Mahnmal für gefallene Soldaten

Eine deutliche Sprache spricht das Mahnmal für die im Einsatz im Kosovo ums Leben gekommenen KFOR-Soldaten auf dem Gelände des Feldlagers Prizren: 27 junge Menschen verloren in diesem Land seit 1999 ihr Leben. Angesichts dieser Tatsachen frage ich mich an diesem Abend, ob diese Zusammenhänge den Lehrern und Schulleitungen bewusst sind, die sich feiern lassen, weil sie ihre Schule für „bundeswehrfrei“ erklären, wie jüngst eine Schule in Oberhausen, die dafür auch noch mit einem „Friedenspreis“ in Höhe von 1000 Euro ausgezeichnet wurde.

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Ich bedanke mich beim 42. deutschen Einsatzkontigent KFOR, seinem Kommandeur Oberst i.G. Jörn Villmann und dem Pressestabsoffizier in Prizren Major Christian Schneider sehr herzlich für die tolle Unterstützung.

Kamera, Schnitt & Musik: Walter Korinek (Canon XF100)

KFOR – Peace mission in Kosovo: A documentary about an almost forgotten operation. In 1999, the multinational military unit KFOR was sent there after the brutal conflicts in Kosovo, to help this land for peace and security of the residents.

Zum Autor:

Im  Hauptberuf ist Walter Korinek promovierter Erziehungswissenschaftler und Schulleiter. Daneben arbeitet er als freier Journalist und Filmemacher. Von 2013 bis 2015 absolvierte er eine Ausbildung am Deutschen Journalistenkolleg Berlin mit einer Examensarbeit im Bereich  Fernsehjournalismus mit dem Titel  „Vom Turnschuh zum Kampfstiefel“. Die Reportage wurde für den Camgaroo Award 2015 nominiert. Im Oktober 2015 besuchte er nach ausführlichen Recherchen über die Einsatzwirklichkeit deutscher Soldaten eine Woche lang das 42. Einsatzkontingent der Bundeswehr im Rahmen des KFOR-Einsatzes im Kosovo.

Postcards from Mallorca

Neuer Film: Mallorca – vom Südwesten in den Norden: Banyalbufar – Serra de Tramuntana- Valdemossa – Soller – Pollença – Cape Formentera – Santuari de Lluc.

https://vimeo.com/163975905

Sony NEX 5n + SELP 1650 + SEL 1.8/50/Olympus OM-D + ZUIKO DIGITAL ED 12-50 mm 1:3.5-6.3 EZ

Sweet Melancholy – ein Test meiner neuen Sony NEX 7/A review of my new Sony NEX 7

Dieses Video erzählt keine Geschichte. Ich wollte damit nur die Fähigkeiten meiner neuen Kamera testen – die Sony NEX 7. Ich habe meine alte NEX-VG 10 mit dem SEL 18200 verkauft und kaufte die kleine Kamera in der Bucht zu einem überraschend günstigen Preis. Ich wollte eine kleine, handliche Kamera, die schöne Bilder und Videos produziert. Dieses Video ist mein erster Versuch, einige Aufnahmen mit der Neuen zu schießen.

https://vimeo.com/163727090

Das Ergebnis in meiner Einschätzung: Die NEX 7 ist eine wunderschön gestaltetete High-End-Kamera mit einem tollen CMOS-Sensor. Es ist eine spiegellose Kamera mit einem Metallkörper, die für Enthusiasten entwickelt wurde. Sie vereint fortschrittliche Technologie mit der Seriosität einer professionellen DSLR. Wenn man die NEX 7 anfasst, fühlt man Metall, schwarz lackiert, nicht lackiertem Kunststoff. Dies ist einer der Gründe, warum ich das ältere Modell wählte und nicht die neure Alpha 6000, die aus Verbundwerkstoffen hergestellt wird. Vermutlich ist der Autofocus der neueren Kamera besser, aber das schlagende Argument für mich als Videofilmer ist der Mikrofoneingang an der NEX 7.

Nex 7-1

Die Kamera packt viele Funktionen in einem sehr kleinen Body. Und es sind nützliche Features, nicht Gimmicks. Für Run & Gun-Aufnahmen, Dokumentarfilm oder Nachrichten mit dem absoluten Minimum an Rigging – aber natürlich auch für Fotos -, macht es viel Spaß sie zu verwenden.

Das Sony E 16-50mm f / 3.5-5.6 OSS PZ   ist ein Pancake-Zoom-Objektiv für das Sony NEX-System (E-mount). Es ist eine extrem kleine Linse mit einem hochinteressanten Brennweitenbereich. Es bietet ein Äquivalent zu einem 24-75mm-Objektiv an einer Vollformatkamera.

Alles in dem Video wurde aus der Hand unter Benutzung des Suchers gedreht. Ich nutzte ausschließlich das SEL 1650-Kit-Objektiv und nach der Bearbeitung war ich doch sehr überrascht über die Qualität dieser Combo mit der NEX 7.

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This video doesn’t tell a story. I just wanted to test the abilities of my new camera – the Sony NEX 7. I sold my old NEX-VG 10 with the SEL and bought the small one as used gear at a surprisingly affordable price. I wanted a small, handy camera which produces fine pictures and videos. So this is my first attempt of shooting some footage with it.

The result in my opinion: The NEX 7 is a beautifully designed high end mirrorless camera with an advanced CMOS sensor. It‘s a mirrorless camera with a metal body designed for pros and enthusiasts. It combines high advanced technology with the seriousness of a professional DSLR. When picking up the NEX 7 you feel cold steel painted black, not painted plastic. This ist one of the reasons why I choose the older model and not the Alpha 6000, being made of composite materials. The AF oft he modern type is better, but the crushing argument for me as a videographer is the microphon plug at the NEX 7.

The camera packs lots of features into a very small body, and they are useful features not gimmicks. For handheld run & gun documentary or news with the bare minimum of rigging, and for stills, it is so much fun to use.

The Sony E 16-50mm f/3.5-5.6 OSS PZ is a pancake zoom lens for the Sony NEX system (E-mount). It is an extremely small lens especially considering its highly interesting focal length range. It’s offering a field-of-view equivalent to „24-75mm“ on full format cameras.

Anything in the video was shot handheld with the camera held to my eye. I used the very small pancace SEL 1650 kit lense and after editing I was highly surprised about the quality of that combo with the NEX 7.

„Who wants to determine how something should look like?“

„Suddenly I was no more bound to any subjects, no rules, no guidelines – suddenly I was entirely free while painting. Commonly we are connected to conceivabilities how something should be. Who wants to determine how something should look like?“

A portrait of the artist Antje Korinek-Blessing

More: koblart.de

[vimeo 157849455 w=500 h=281]

Ägypten – auf den Spuren der Pharaonen

Warum gibt es Mumien von Krokodilen? Was waren die Vorgänger der Pyramiden von Giseh? Wo wohnte Agatha Christie in Ägypten? – Diese Fragen und noch mehr beantwortet unser Bericht über eine Reise nach Ägypten.

Gleichzeitig mit den Kulturdenkmälern zeigte sich uns die Problematik des Nahen Ostens in Zeiten von Terroranschlägen. Das Auswärtige Amt meldete in seinen Reisewarnungen, dass auf dem Sinai mit Anschlägen gerechnet werden muss, für Kairo und den Lauf des Nils galt keine besondere Gefahrenlage. Wir hatten eine klassische Studienreise gebucht. Am Flughafen in Kairo schauten wir nach unserer Reisegruppe. Es stellte sich heraus, dass Antje und ich die einzigen Teilnehmer waren. Alle anderen hatten aus Sorge vor Anschlägen umgebucht oder die Reise storniert.

[vimeo 149680671 w=640 h=360]

So kamen wir in den Genuss einer geradezu luxuriösen Betreueung: Wir und ein, manchmal auch zwei Reiseführer plus Fahrer. Unter diesen Bedingungen entstanden 21 Minuten Eindrücke von einigen der weltweit bedeutendsten Kulturdenkmälern: Die Pyramiden von Giseh und Sakkara, die Altstadt von Kairo, Oberägypten mit seinen Tempeln wie Philae, Kom Ombo, Edfu, Luxor mit seinem Markt und dem bekannten Tempeln von Karnak, die Nilkatarakte, ein nubisches Dorf und manches mehr.

 

Hilfsprojekt „Little Bugs“

Wir reisen gerne.  Wir dokumentieren unsere Erlebnisse und Erfahrungen in Fotos und Filmen. Allerdings wäre es unredlich, allein bei den Naturschönheiten und den freundlichen Menschen, die wir kennenlernen durften, stehen zu bleiben: In vielen Ländern liegen bittere Armut und riesiger Reichtum immer noch ganz dicht beieinander. Dies bewusst wahrzunehmen, gehört für uns auch zu einem Aufenthalt in einem fremden Land. Vom Wahrnehmen allein wird allerdings noch nichts besser. Wir wollen deshalb unseren kleinen Teil dazu beitragen, Situationen zu verbessern. Deshalb unterstützen wir  Projekte vor Ort, bei denen wir die Empfänger bzw. Kontaktpersonen persönlich kennen. kobl-media

Sie können auch mithelfen! Jeder Euro hilft. Besuchen Sie uns auf: http://www.koblfoto.com/hilfsprojekte.htm

Wir versprechen Ihnen, dass wir 100% Ihrer Spende direkt weiterleiten. Außerdem spenden wir von jeder bestellten  DVD in unserem Shop 10% an unser Hilfsprojekt.

http://vimeo.com/74431103

Kurzes Video über eine Heissluftballonfahrt über der Namibwüste. Am Ende gibt unser Pilot John de Almeida einige Informationen über ein Schulprojekt in Sossusvlei. Die Erklärung ist leider nur auf englisch aufgenommen worden. John berichtet hier über eine Schule für 14 Kinder, die dort 170 km entfernt von der nächsten größeren Schule entstand, und nun in Selbsthilfe ausgebaut werden soll.

Mit der Panasonic HC-X 909 in Namibia

Antje Korinek-BlessingDie Aufnahmen für unseren Namibia-Film drehte ich mit der Panasonic HC-X 909. Lassen Sie mich vor diesem Hintergrund vorab die Frage stellen: Ist dieser Camcorder eine professionelle Kamera? Sicher kann man dies mit einem klaren Nein beantworten, wenn man Kriterien anlegt, die üblicherweise an solche Ausrüstung gestellt werden. Fragt man jedoch, ob man mit der Panasonic HC-X 909 professionell arbeiten kann, kann man dies mit wenigen Ausnahmen mit einem Ja beantworten. Fragen wir uns: Was heißt denn professionelles Arbeiten? Für mich heißt das: Unter gegebenen Umständen mit der angepassten Ausrüstung das bestmögliche Resultat erzielen — und so gesehen war die Wahl dieser Kamera zur Herstellung dieses Films absolut überzeugend!

 Dies will ich im Folgenden kurz begründen:

  • Das lichtstarke und sehr scharfe Leica-Objektiv mit f/1,5 bei Offenblende und einer Brennweite von 29-368 mm genügt in den meisten Fällen den Ansprüchen für Reisefilme. Lediglich bei einigen wenigen Tieraufnahmen hätte ich mir ein längeres Tele gewünscht. Ich versuchte den Mangel mit dem   „Intelligenten Zoom“ auszugleichen. Entgegen der Auffassung mancher Tester konnte mich diese Spezialform eines digitalen Zooms, bei dem die
  • Panasonic-3nicht benötigten Randzonen des Sensors benützt werden,  nicht überzeugen. Die Aufnahmen waren doch relativ unscharf und können nur durch extremes Nachschärfen verwendet werden.
  • Interessant war hingegen die hohe Lichtstärke, die in Verbindung mit maximaler Telestellung und einem ND8-Graufilter doch ein gewisses Bokeh durch Unschärfe im Hintergrund erzeugen konnte. Ich hatte abgesehen von Aufnahmen in der Dämmerung stets diesen Filter auf der Kamera.
  • Absolut überzeugend war hingegen das
  • Panasonic-1Bildstabilisierungssystem Hybrid OIS+ mit seiner kombinierten optischen und die elektronische Stabilisierung. Damit korrigiert es ungewollte Bewegungen auf fünf Achsen. Gerade bei Reisefilmen, wenn es darauf ankommt, rasch aufnahmebereit zu sein und vielleicht die Situation der Reisegruppe die Verwendung von Stativen oder anderen Hilfsmitteln nicht zulässt, war der Bildstabilisator immer verlässlich. So sind nahezu alle Aufnahmen des Films aus der Hand und nur ggf. mit Aufstützen entstanden.
  • Der bekannte kühle Bildcharakter der Panasonic HC-X 909 mit seiner leichten Überbetonung des Grünanteils gefiel mir speziell bei den „Colours of Africa“ nicht so sehr. Dies konnte ich jedoch leicht durch die Möglichkeiten meiner Bildbearbeitungssoftware Magix Video Pro X5 ausgleichen. Ich habe einfach für den ganzen Film den Farbcharakter etwas in Richtung rot verschoben und gleichzeitig den Kontrast ein wenig angehoben. Wie so oft bei der Bearbeitung ist auch hier wenig oft mehr.
  • Als sehr wichtig stellte sich heraus, dass ich in Namibia im Gegensatz zu früheren Projekten, nur im manuellen Modus aufgenommen habe. Weißlichtabgleich, Belichtung und Blende sind so an das Motiv perfekt anzupassen.
  • Alle Aufnahmen wurden im 50p-Format aufgenommen. Dies ermöglichte bei Bedarf in der Nachbearbeitung sehr leicht eine 2fache Zeitlupe.
  • Das wichtigste Kriterium für die Wahl der Panasonic HC-X 909 warPanasonic-2 jedoch ihre Kompaktheit und das geringe Gewicht. So ging die gesamte Ausrüstung in die kleine, unauffällige khakifarbene Kalahari Molopo K-41i Canvas. Ich hatte 4 Reserve-Akkus dabei, ein externes Ladegerät, Polfilter, ND8-Graufilter und das kleine Reisestativ Pronto von Cullmann (brauchbar, wenn kein Wind geht).

 Überzeugen Sie sich nun selbst – viel Vergnügen beim Film!
http://vimeo.com/86042810

Kamera………………………………….. Panasonic HC-X909 (1080/50p)

Software ………………………………… Magix Video Pro X5

Location…………………………………. Namibia

Musik: …………………………………… Highland Musikarchiv