STUTTGART – einige Highlights

Einfach mal kurz Reframing gemacht und Stuttgart als Touri besichtigt.

Also wie gewohnt die paar Kilometer nach Stuttgart gefahren, das Auto beim Breuninger geparkt – aber dann statt zum Einkaufen oder auf den Markt direkt zur Touristeninformation i-Punkt beim Hauptbahnhof.

Und natürlich bot sich bei dieser Tour die Gelegenheit, meine DJI Osmo-Pocket ausgiebig zu testen. Alles wurde mit dieser kleinen Kamera mit eingebauten Gimbal (oder soll ich lieber sagen einem Gimbal mit eingebauter Kamera?) gedreht.

Dort buchten wir die grüne Stuttgart Citytour, einem „Hop-on hop-off“ Angebot, bei dem man an verschiedenen Punkten den Bus verlassen und später wieder zusteigen kann. Nach einem Morgenkaffee im Schlossgartencafe gings los über den Schlossplatz zum Fernsehturm. Aber alles weitere dann im Film. Am nächsten Tag gings gleich nochmals in die Landeshauptstadt zur Weissenhofsiedlung und zum Chinesischen Garten – aber diesmal auf eigene Faust.

Nach einer Bauzeit von 20 Monaten wurde am 5. Februar 1956 der Stuttgarter Fernsehturm in Betrieb genommen. Mit seiner imponierenden Höhe von 217 m ist er das Ur-Modell für die Fernsehtürme in aller Welt. Ursprünglich wollte der damalige Süddeutsche Rundfunk seine Antennen für die Ausstrahlung der Fernseh- und der UKW-Radiosendungen auf einen der damals üblichen 200 Meter hohen, mit Drahtseilen gesicherten Eisen-Gittermasten stellen. Dieses monströse Projekt rief den als Brückenbauer und Statiker bekannt gewordenen Stuttgarter Ingenieur Prof. Fritz Leonhardt auf den Plan. Seine Idee war es, statt eines hässlichen Gittermastes eine elegante Betonnadel aus dem Wald von Degerloch wachsen zu lassen und diese mit einem touristisch und gastronomisch nutzbaren Turmkorb mit Aussichtsplattformen zu versehen…Heute ist der Fernsehturm beliebtes Wahrzeichen Stuttgarts.

Seit 2016 stehen sie in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes: Die beiden Häuser des weltberühmten Architekten Le Corbusier in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung. Das damals äußerst kühne, avantgardistische – weil völlig schnörkellose – Bauprojekt wurde von 17 Architekten umgesetzt, die heute zu den wichtigsten Meistern der Moderne zählen: Darunter Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier, Walter Gropius und Hans Scharoun. Jeder der Architekten entwarf sein eigenes Haus, unter Berücksichtigung der gestalterischen Vorgabe eines Flachdachs. Und obwohl das Architekturensemble durch seine Einheitlichkeit besticht, ist die Handschrift eines jeden Architekten zu erkennen und beeindruckt noch heute Architekturfans aus der ganzen Welt. Die in den 1920er Jahren von Le Corbusier formulierten „Fünf Punkte zu einer neuen Architektur“ wurden in seinem Doppelhaus besonders anschaulich umgesetzt. Das Haus, das heute als Museum dient, zeigt in der einen Haushälfte eine Ausstellung zur Geschichte der Siedlung, in der anderen Haushälfte sind die Wohnräume mit der ursprünglichen Farbigkeit und Möblierung im Zustand von 1927 zu sehen.

Der Chinesische Garten Stuttgart ist eine Aussichtsanlage auf der Halbhöhe mit Blick über den Talkessel der Kernstadt. Der Garten steht den Bürgern und Besuchern der Stadt täglich zur kostenlosen Benutzung zur Verfügung. Klassische chinesische Gärten sind Welten im kleinen Maßstab, Mikrokosmen mit den Elementen der Schöpfung: Steinschichtungen stellen Gebirge dar, Teiche oder Seen entsprechen den Meeren, Gartenpflanzen der natürlichen Vegetation. Diese Nachschöpfung der Landschaft soll dem Besucher die Natur und deren Schönheiten zeigen. Im Garten soll das Wesen der Welt erfahrbar werden, der zyklische Ablauf im Kosmos, das Aufgehen und Vergehen, Frühling und Herbst und die Welt mit ihren vielfältigen Gegensätzen wie Leben und Tod, hart und weich, Steinen und Wasser. Die umschließende Gartenmauer trennt diese ideale Welt von der realen Außenwelt.

Quellen:

https://www.stuttgart-tourist.de/a-fernsehturm-stuttgart

https://www.tourismus-bw.de/Media/Attraktionen/Weissenhofsiedlung-Weissenhofmuseum

https://www.open-iba.de/geschichte/1927-weissenhofsiedlung-stuttgart/

http://www.chinagarten-stuttgart.de/index.php?article_id=18

 

Und hier gibt’s für alle Stuttgartfans noch eine kleine Zugabe: Stuttgart – herbe Schönheit

„Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da.“

Wo ist das Glück, das Goethe hier in seinen „Erinnerungen“ anspricht? Ist es in Namibia, in Island, in Jordanien – oder sonst wo auf dieser Erde? Oft empfindet man es auf jeden Fall an einem weit entfernten Ort. Hier und jetzt ist ja der Ort mit seinem Alltag, der doch mancherlei Sorgen mit sich bringt.

https://vimeo.com/171222561

Goethe setzt dem sein bekanntes Wort entgegen: „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da.“. Es kommt nicht darauf, weit weg zu fahren, sondern zu lernen, das Glück zu ergreifen im Hier und Jetzt. Es hilft, wenn man sich klar macht, dass Glück oft gar nicht an äußere Umstände gebunden ist, sondern auch eine Frage der inneren Haltung ist.

In diesem Sinn sind diese Bilder aus dem vertrauten Umland zu sehen.

Glück braucht nicht unbedingt die weiten Reisen – auch wenn ich sie nicht missen möchte, denn sie erweitern schon ungemein den Blickwinkel. Aber es ist auch schön zu versuchen, Vertrautes, Gewohntes mit fremden Augen zu sehen – und so wird der heimische Wald eben auch mal zum „Swabian Rainforest“, dem Regenwald, den man sonst eher in fremden Erdteilen verortet.

Der schwäbische Regenwald

Habt ihr auch immer gedacht, der Regenwald sei irgendwo in Südamerika, Afrika oder Asien? Schaut euch dieses Video an und ihr werdet die Wahrheit wissen: Der wirkliche Regenwald liegt im Schwabenland bei Bad Urach.

https://vimeo.com/169494063

LOCATION: Schwäbische Alb near Bad Urach, June 2016
by Walter Korinek (Video & Editing) & Antje Korinek-Blessing (Photos)
°°°°°
MUSIC: Joachim Lehberger
PRODUCTION INFO
Camera: Panasonic HC-X 909
Tripod: Cullmann Pronto
POST-PRODUCTION INFO
Software: Edius 8.2

Und ergänzend zum Film hier noch ein paar Fotos von Antje Korinek-Blessing:

Demnächst ist auch dieser Film bei „Destinations“ – dem Reisemagazin aus Neuseeland zu sehen.